Restaurierung

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Restaurierung

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Im Jahr 1985 konnte die Feuerwehr Wolfach ihr 125 jähriges Jubiläum feiern. Zu diesem Anlass bemühte sich der Kassier Erich Mosmann den alten Benz wieder ausfindig zu machen, was ihm leider nicht gelang.
Der Feuerwehrausflug 1992 führte die Feuerwehr Wolfach zum Feuerwehrmuseum Waldmannshofen. Am Ausflugswochenende fand in Waldmannshofen eine größere Oldtimerausstellung statt. Ehrenkommandant Franz Brahm und Kassier Erich Mosmann nutzten die Gelegenheit uns sprachen den Beauftragten des Landesfeuerwehrverbands, Kreisbrandmeister Karl Hermann aus Tübingen an und baten ihn, bei der Suche nach dem "alten Benz" behilflich zu sein. Nachdem im August 1992 nochmals mit Karl Hermann Kontakt aufgenommen wurde, konnte dieser schon Mitte September 1992 die ersten Bilder vom "alten Benz" schicken. Es war eindeutig die erste Wolfacher Motorspritze.
Sie befand sich noch immer in Besitz des Allgemeinen Schnauferl-Club e.V. Landesgruppe Westfalen (ASC). Mit dem ASC wurde von Stephan Mosmann sofort Kontakt aufgenommen und Interesse an einem Rückkauf des "alten Benz" bekundet.

Der Rückkauf
img011Im März 1993 brach eine Abordnung der Feuerwehr Wolfach zu einer ersten Besichtigung des "alten Benz" nach Obernkirchen in Westfalen auf. Er war bei der Flugplatzfeuerwehr des Bundeswehrflughafens Achum untergestellt. Nach etlichen Schreiben und Gesprächen konnte sich der ASC im Januar 1994 zum Verkauf des "alten Benz" an die Feuerwehr Wolfach entschließen.

Am 11. März 1994 war es dann soweit. Eine neunköpfige Abordnung der Feuerwehr brach zum Rücktransport des alten Benz auf. Nach fast 24 Jahren traf das Fahrzeug am Samstagnachmittag wieder in Wolfach ein, wo es nicht nur von den Feuerwehrangehörigen, sondern auch von der Wolfacher Bevölkerung und der am Feuerwehrgerätehaus versammelten Stadtkapelle begrüßt wurde.

Nachdem das Fahrzeug nunmehr in seine ursprüngliche Heimat zurückgekehrt war, begann eine Gruppe von jungen Feuerwehrangehörigen unter der Leitung von Kurt Sum mit der Renovierung.

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Die Renovierung
Bevor die Renovierung aber in Angriff genommen werden konnte, musste ein Platz gefunden werden, wo der Benz während dieser Zeit untergebracht werden konnte. Das Gerätehaus kam dafür aus verschiedenen Gründen nicht in Frage.
Glücklicherweise hat sich Kamerad Norbert Sum bereit erklärt, ein Raum neben seiner Blechnerwerkstatt zur Verfügung zu stellen. Da dieser Raum für die Renovierung in seinem damaligen Zustand nicht geeignet war, musste von mehreren Feuerwehrkameraden erst eine Zwischendecke eingezogen und kleinere Reparaturen ausgeführt werden, um den Benz währen der Renovierung unterstellen zu können.

img055Nachdem die Platzfrage zufriedenstellend geklärt war, wurde das Fahrzeug vom Gerätehaus, wo es nach der Ankunft untergebracht war, im April 1995 zur Blechnerei Sum geschleppt. Am Lenkrad des Benz saß nicht - wie man eigentlich annehmen könnte ein Feuerwehrmann - sondern der als "General" bekannte Bürgerwehrangehörige Werner Buchholz, dem diese Fahrt so gefallen hat, dass er uns anschließend immer wieder mit Maschinen und Material ausgeholfen hat.

Bevor mit der eigentlichen Renovierung begonnen werden konnte wurden unzählige Fotos und Zeichnungen von jedem nur erdenklichen Detail gemacht. So wurde verhindert, dass der spätere Zusammenbau einem Puzzle gleich kommt. Dies war notwendig, weil wir trotz größter Bemühungen nicht geschafft haben, exakte Pläne des Fahrzeugs zu bekommen. Auch die Herstellerfirma konnte uns nicht weiterhelfen. Nach dem Abschluss dieser Dokumentation, die mehrere Ordner umfasst, wurde das Fahrzeug Stück für Stück auseinander gebaut.

Die Armaturen, die aus Messing bestehen und die übrigen Messingteile am Fahrzeug wurden in Handarbeit aufpoliert. Das Fahrgestell und der Aufbau wurden sandgestrahlt und anschließend in den Originalfarben neu lackiert. Die Holzverkleidung und Holzkästen mussten zum großen Teil ersetzt werden - nach über 70 Jahren und einer wechselhaften Geschichte mit großer Beanspruchung ist dies nur allzu verständlich.

Der Motor wurde nicht auseinandergebaut sondern lediglich von innen gereinigt. Für diese Vorgehensweise hatten wir uns entschieden, weil der Motor in den früheren Jahren nicht stark beansprucht worden war, und eine grundlegende Renovierung zu teuer gekommen wäre. Im Juni 1995 wurde der Motor wieder in den Rahmen eingebaut. Da die Stadt Wolfach als Narrenhochburg im Kinzigtal bekannt ist, haben es einige Feuerwehrleute nicht ausgehalten und am 11.11.1995 den Motor zum erstenmal wieder gestartet. Nach übereinstimmender Aussage von mehreren Beteiligten war es 11.11 Uhr als dieser historische Moment stattfand. Die Pumpe des Benz wurde unter Regie des Gerätewarts Werner Hauer zerlegt und überholt, so dass sie heute die gleiche Leistung bringt wie bei ihrem ersten Einsatz.

img399Nach dem Zusammenbau des Benz war am 9. August 1996 der große Tag gekommen. Die erste Jungfernfahrt nach der Renovierung wurde gewagt. Man kann sich die Freud aller an der Renovierung beteiligten vorstellen, als der Traum wahr wurde und der Motor angesprungen ist. Bei dieser ersten Ausfahrt beschränkte man sich verständlicherweise auf die näheren Umgebung, da man dem Fahrzeug noch nicht allzuviel zumuten wollte. De Einbau der Pumpe erfolgte am 19. August 1996.

Als größtes Problem stellte sich im Laufe der Renovierung die Reifen heraus. Das Fahrzeug besitzt, wie bereits erwähnt, Vollgummireifen, die im laufe der Jahre gelitten haben. Erschwerend kommt der Umstand hinzu, dass die Reifengröße nicht mehr dem heutigen Standard entspricht. Trotz vieler Telefonate und einem umfangreichen Schriftverkehr konnte dieses Problem bisher nicht gelöst werden. Einige Firmen konnten nicht weiterhelfen, da die ursprüngliche Gußform nicht mehr vorhanden sind und bei Firmen, die bereit gewesen wären neue Vollgummireifen herzustellen ist dies an den hohen Kosten gescheitert. Da wir bisher alle Schwierigkeiten und Hürden im Zusammenhang mit der Renovierung gemeistert haben, sind wir zuversichtlich, dass auch die Reifenfrage in absehbarer Zeit gelöst werden kann.

Selbstverständlich ist die Renovierung nicht so einfach und problemlos verlaufen wie man es sich aus dem geschilderten vielleicht vorstellen könnte. Viele Firmen, bei denen Feuerwehrkameraden beschäftigt sind, haben uns mit Material geholfen oder ihre Maschinen bzw ihr technisches Know How unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Ohne diese wäre die Renovierung dieses, nicht nur für die Feuerwehr der Stadt Wolfach, historischen Fahrzeugs nicht möglich gewesen.

(Artikel aus der Festschrift zum Oldtimertreffen 1998)

 

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