Vom 1. bis zum 9. September 2009 erlebte der Benz zusammen mit seiner Mannschaft die bisweilen größte Reise. Im Rahmen der Oldtimerfahrt "Nostalgie in Rot" fuhren die insgesamt zwölf Feuerwehroldtimer 850km von Donaueschingen bis nach Wien.

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Vielen Dank an Harmut, der dieses Tagebuch verfasst hat.


Zuerst war geplant, den alten Benz von Wolfach nach Donaueschingen mit einem Feuerwehrfahrzeug hochzuschleppen. Als es am Samstagmorgen regnete, wurde eine evtl. Verladung auf den LKW des Raiffeisen-Marktes Wolfach in Erwägung gezogen. Das Wetter wurde aber besser und man beschloss, direkt mit dem Benz hochzufahren. Gleichzeitig musste auch der Bus (22 Sitzer) von der Landesfeuerwehrschule mitgenommen werden. Als dann das Gepäck verstaut war, ging es um 12.15 Uhr los.

img691Bis Sommerau lief der Benz wie ein Uhrwerk. Als es dann bergab ging fing er plötzlich an zu stottern und verlor Benzin. Auf einem Parkplatz bei St. Georgen ging man der Sache auf den Grund. Wahrscheinlich war eine festsitzende Schwimmernadel der Grund dafür. Währenddessen passierte noch ein Auffahrunfall auf dem Parkplatz, wodurch die Ausfahrt blockiert wurde. Dies bedeutete eine weitere Verzögerung von ca. einer halben Stunde.

Nach einer reibungslosen Fahrt erreichten wir nach ca. 80 Kilometer um 15.45 Uhr Donaueschingen. Sammelpunkt war die Donauhalle. Die Donaueschinger Feuerwehr wies die Oldtimer ein und sorgte für das leibliche Wohl. Nacheinander trafen dann die restlichen Oldtimer ein. Den Schluss bildete die Feuerwehr Wien mit ihrem Austro Daimler Baujahr 1912.

Um 19.00 Uhr organisierte die Donaueschinger Feuerwehr eine Stadtrundfahrt mit Kleinbussen. Bei der Quartierverteilung gab es für uns Probleme. Als wir mit 8 Mann vor der entsprechenden Pension standen, bekam die Hauswirtin beinahe einen Herzinfarkt. Angeblich hatte sie keine Bestätigung für die Buchung erhalten und aus diesem Grund die Zimmer anderweitig vergeben. Ohne weiteren Kommentar verschloss sie dann die Eingangstür...

img693Kurzer Hand bekamen wir dann im Hotel „Bären“ Quartier. Dusche und WC waren zwar nicht auf den Zimmern (renovierungsbedürftig), aber für diese eine Nacht war das ausreichend. Anschließend waren wir ins Naturfreundehaus geladen. Karl Herrmann begrüßte hier offiziell die Teilnehmer der Oldtimerfahrt und informierte dann über den Ablauf der nächsten Tage. Die Fahrzeuge wurde in drei Gruppen aufgeteilt, um den Straßenverkehr nicht zu stark zu behindern. Der Kontakt zu den einzelnen Fahrzeugen sollte mit Handys aufrechterhalten werden. Für Kamerad Herrmann waren saubere Fahrzeuge und korrektes Auftreten der Teilnehmer selbstverständlich.

Für die technische Betreuung während der Fahrt hat der ADAC ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt. Der Fahrer, Herrn Mertens, opferte für diese Zeit seinen Urlaub. Außerdem stand Kamerad Rath von Engen mit Rat und Tat zur Seite. Um 23.00 Uhr wurden wir von der Donaueschinger Feuerwehr in die Nachtquartiere gebracht.


Um 6.00 Uhr war für uns die Nacht beendet. Einigen von uns fiel es schwer, am Sonntag so früh aufzustehen, aber um 6.45 Uhr war Frühstück angesagt.

img702Um 7.30 wurden wir abgeholt und zur Donauhalle gebracht. Nachdem alle Fahrzeuge startklar waren, ging es los zur Donauquelle am Fürstenberger Schloss. Hier wurde ein Gruppenfoto gemacht und an der Donauquelle Wasser abgefüllt. Wir hatten den Auftrag, es in Wien dem Bürgermeister zu überreichen. Anschließend fuhren wir zu dem Feuerwehrgerätehaus von Donaueschingen. Die Feuerwehr hatte an diesem Sonntag Tag der offenen Tür. Nach einer Ansprache von Oberbürgermeister Everke fuhren wir um 11.10 Uhr los.

12 Fahrzeuge waren in drei Gruppen zu je 4 Fahrzeugen aufgeteilt. Das 13. Fahrzeug, der Austro Daimler Bj. 1912 wurde auf einem Abschleppwagen mitgeführt und nur die jeweils letzten Kilometer einer Etappe fuhr er selbst. Der Wolfacher „Benz“ ware das erste Fahrzeug der dritten Gruppe und gleichzeitig das Führungsfahrzeug in dieser Gruppe. Die einzelnen Fahrzeuge waren mit Handys ausgestattet, so dass man immer Kontakt miteinander hatte. Das Führungsfahrzeug hatte die Aufgabe die Gruppe zusammenzuhalten. Auf der ersten Etappe stellte sich heraus, dass die Leiter Bj. 35 vom Deutschen Feuerwehrmuseum Fulda zu langsam war. Der vierte Gang war gesperrt und so lief sie nur 25 km/h.

Um 12.00 Uhr hielten wir an um auf die anderen zu warten. In Nendingen (Geburtsort von Kamerad Walter Jäger) kamen wir dann um 12.25 Uhr an. Wir wurden von der Nendinger Feuerwehr mit einem kleinen Imbiss erwartet. Um 13.10 Uhr ging es dann weiter. Auf den nächsten Halt beim Stadtfest in Müllheim wurde aus Zeitgründen verzichtet. Nun kam die Herausforderung Donautal. Aber auch diese Strecke wurde problemlos gemeistert. Allerdings gab es heiße Bremsen und jeder war froh, als man Beuron erreicht hatte.

img724Ankunft in Sigmaringen um 14.33 Uhr. Die Fahrzeuge wurde in der Innenstadt abgestellt. Anschließend wurden wir zum Mittagessen ins Feuerwehrgerätehaus gebracht. Es gab Steak mit Pommes und Salat. Nach dieser Stärkung ging es um 16.15 weiter. In Riedlingen wurde um 17.15 Uhr ein Tankhalt gemacht. Um 19.00 Uhr erreichte man endlich in Ulm den Münsterplatz. Da im Münster ein Konzert stattfand, mussten die Fahrzeuge hinter dem Münster  abgestellt werden. Erst als das Konzert zu Ende war konnten wir weiterfahren.

Ankunft bei der Hauptfeuerwache um 20.20 Uhr. Nachdem die Fahrzeuge im Gerätehaus untergestellt waren, wurden wir von der Ulmer Feuerwehr zu Rehragout mit Spätzle und Salat eingeladen. Kamerad Rath nahm sich das Fahrzeug von Fulda vor und beseitigte die Sperre im Getriebe. Dabei stellte er auch fest, dass das Leiterfahrzeuge sogar 5 Gänge hatte und nicht nur 4, wie der Kamerad aus Fulda meinte. Um 23.00 Uhr wurden wir in die Wilhelmsburg-Kaserne gefahren. Hier hatten wir unser Nachtquartier. Es empfing uns der UvD und wies uns die Quartiere zu. Es waren Zimmer mit 6 Betten und deshalb musste unser Kamerad Jimmy als 7. Person auf dem Boden schlafen. Um 24.00 Uhr war Nachtruhe.


Schon wieder hieß es um 6.00 Uhr aufstehen. Frühstück gab es in der Kaserne. Um 7.20 wurden wir abgeholt und wieder zur Hauptwache gebracht. Nach einer intensiven Fahrzeugpflege ging es um 8.35 Uhr bei herrlichem Wetter auf die zweite Etappe.

Jetzt wurde die Grenze nach Bayern überschritten. Erster Halt war in Lauingen um 10.10 Uhr. Auf einem herrlichen Marktplatz, umgeben von historischen Gebäuden, wurden wir zur einer Weißwurst mit Brezeln eigeladen. Der Bürgermeister von Lauingen hielt eine Ansprache. Karl Herrmann bedankte sich für die Gastfreundschaft und stellte die einzelnen Fahrzeuge vor. Zum Schluss überreichte er dem Kommandanten der hiesigen Feuerwehr eine limitierte Teilnehmer-Plakette.

Um 11.15 ging es dann weiter zur nächsten Station. Es war 12.15 Uhr als wir in Donauwörth eintrafen. Begrüßung durch den Kreisbrandmeister des Kreises Donau-Ries und den Stv. BM von Donauwörth. In einer Gaststätte im Altenheim gab es dann Mittagessen. Nach dieser Stärkung verließen wir um 14.08 Uhr das schöne Donauwörth. Der nächste Halt war in Neubürg geplant. Ankunft auf einem der schönsten Marktplätze Süddeutschlands war um 15.10. Uhr. Hier empfing uns der Stv. Präsident des Oberbayerischen Landesfeuerwehrverbandes Kamerad Aschenbrenner. Er organisierte die bayerische Strecke der Oldtimerfahrt. Nach einem Kaffee mit Zwetschgenkuchen ging es um 16.15 Uhr weiter.

Um 17.20 Uhr erreichten wir das Tagesziel Ingolstadt. An der großen Festung wurden die Fahrzeuge aufgestellt. Begrüßung durch den Stv. Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes Herrn Pawelke und den Oberbürgermeister von Ingolstadt. Wir machten dann einen kleinen Spaziergang in der Fußgängerzone und nahmen in einem Biergarten ein zünftiges Weizen zu uns. Um 19.30 Uhr fuhren wir dann ins Nachtquartier in die Pionierkaserne. Um 19.45 Uhr war  Quartierverteilung. Wir wohnten auf dem gleichen Gang wie die Rekruten. Auch die Oldtimer wurden in der Kaserne untergestellt. Um 19.45 Uhr ging es wieder zurück nach Ingolstadt. Hier wurden wir vom Bürgermeister zu einer zünftigen Brotzeit im „Ratskeller“ eingeladen. Es wurde Leberkäse mit Kartoffelsalat serviert. Wir hatten mit den Wiener Kameraden eine ausgelassene Stimmung. Später gesellte sich auch Professor Dr. Jäger zu uns. Leicht angeschlagen verliesen wir als letzte den Keller. Als wir in der Kaserne ankamen war es ca. 1.00 Uhr. Aber mit dem Schlafen dauerte es noch eine Weile. Kurz nachdem wir in den Betten lagen, ertönte ein Pfiff und alle Rekruten mussten antreten. Dieses Getrappel und das Brüllen der Ausbilder ging ungefähr eine halbe Stunde.


Um fünf Uhr schrillte wieder ein Pfiff und alle Rekruten mussten aufstehen. So hatten auch wir nur eine kurze Nacht. Als wir dann um 6.30 Uhr zum Waschen gingen, waren die Soldaten eifrig mit Reinigungsarbeiten beschäftigt und dazwischen hörte man immer wieder befehlsgebende Töne der Ausbilder. Ab 7.00 Uhr hielt ich mit Herbert Fahrzeugwache.

Nach dem Frühstück, dem Verladen des Gepäcks und der Fahrzeugpflege, fuhren wir dann um 9.45 Uhr ab. Weiter ging es durch das große oberbayerische Kartoffelanbaugebiet bis zur ersten Station an diesem Tag. Vohburg erreichten wir um 10.30 Uhr. Wie überall wurden wir auch hier von der Stadtverwaltung begrüßt. Anschließend gab es Mittagessen im Gerätehaus (Rollbraten mit Knödel und Salat). Jeder Teilnehmer erhielt noch ein Bildband vom Kreis Pfaffenhofen.

Das Wetter wurde zunehmend schlechter und es waren für den Nachmittag schwere Regenfälle gemeldet. Ich verpackte aus diesem Grund alle Fahrtunterlagen wasserdicht. Um 12.40 Uhr fuhren wir dann weiter und es dauerte nicht lange bis der große Regen kam. Der Regen gefiel unserem Benz nicht besonders, er fing nach einer Weile zu stottern an. Dies wurde aber dann mit einem Kontaktspray behoben. Fast die ganze Strecke bis nach Regensburg regnete es. Begleitet durch die Regensburger Feuerwehr fuhren wir dann durch die Innenstadt, vorbei an dem Dom, bis zum Haidtpatz. Ankunft um 14.45 Uhr. Die Berufsfeuerwehr verteilte heißen Kaffee und Berliner. Wir machten dann einen kleinen Umtrunk in einer Gaststätte. Mit von der Partie waren die Kameraden Hübler u. Bernhard.

Es folgte eine Ansprache auf dem Haidtplatz durch den zweiten BM Weber u. Stv. Präsident Aschenbrenner. Sie luden uns dann noch zu einem Bier und einem kleinen Imbiss ein. Um 19.00 Uhr fuhren wir  zur Oberbayerischen Landesfeuerwehrschule, unserem Nachtquartier. Ankunft hier um 19.50. Es hieß Fahrzeug abstellen und sofort in der Kantine zum Abendessen  erscheinen. Um 20.40 wurden dann die Quartiere verteilt und anschließend technischer Dienst an den Fahrzeugen gemacht. Als wir endlich fertig waren war es bereits 22.20 Uhr. Kamerad Willi Dongus lud dann zur Singstunde. Jimmy hatte an diesem Abend einen Soloauftritt. Um 24.00 Uhr war dann Nachtruhe.


Wie schon üblich hieß es wieder um 6.00 Uhr aufstehen. Frühstück 6.45 Uhr. Abfahrt bei unbeständigem Wetter um 8.00 Uhr. Ankunft in Straubing um 9.45 Uhr. Wieder ließ Karl Hermann die Oldtimermannschaften antreten. Oberbürgermeister Perlak begrüßte uns und war sehr erfreut, dass wir hier die Fahrzeuge den Straubinger Bürgern präsentierten.

Nach einem heißen Kaffee ging es dann um 11.00 Uhr weiter. Das Wetter wurde zunehmend besser. Mittagsrast war in Plattling, einer Nibelungenstadt. Wir wurden in ein Gasthaus zur einer Hunnenwurst mit Sauerkraut und Brezeln eingeladen. Bürgermeister Siegfried Scholz begrüßte uns und erklärte den Zusammenhang zwischen Plattling und dem Nibelungenlied. Angeblich wurde hier Krimhild von den Hunnen zur Vermählung mit Attila, ihrem König, abgeholt. Nach dieser feurigen Wurst ging es dann um 13.00 Uhr weiter.

Der nächste Halt war in Osterhofen. Ankunft hier um 13.35 Uhr. Wir wurden von der Bundestagsabgeordneten Frau Irber empfangen. Als kleine Stärkung hatten die Feuerwehrfrauen Kaffee und Kuchen bereitgestellt. Um 14.30 ging es dann auf die letzte Etappe an diesem Tag. Um 16.15 Uhr sammelten wir uns vor Passau um gemeinsam in die Stadt einzufahren. Die Fahrt ging dann in die Altstadt und in abenteuerlicher Weise durch die Fußgängerzone bis zum Domplatz. Hier wurden wir vom Dompfarrer, dem Landtagsabgeordneten Dr. Wachtler und Oberbürgermeister Schmöller empfangen. Da dies nun die letzte Etappe in Bayern war, überreichte Karl Hermann Kamerad Aschenbrenner die Medaille des Landesfeuerwehrverbandes und dankte ihm für die hervorragende Organisation. Anschließend besichtigten wir den Dom mit der größten Orgel der Welt.

Weiterfahrt dann um 19.00 Uhr zur „Hackelberg-Brauerei“. In dem historischen Brauereihof wurden die Fahrzeuge zur Besichtigung aufgestellt. Wir wurden zu einem zünftigen Abendessen eingeladen. Es gab Schweinsbraten, Knödel, bayerisches Kraut und natürlich Hackelbräu. Eine Feuerwehrkapelle aus der Umgebung gab dazu ein Konzert. Als es wieder zu regnen anfing, kam der Schirm vom Benz zur Uraufführung. Um 22.00 Uhr verließen wir dann die Brauerei. Die Oldtimer wurden in zwei Gerätehäusern untergebracht.

Übernachtet wurde in einem „Radfahrerhotel“ in Passau direkt an der Donau. Es waren lauter Doppelzimmer reserviert. Als die Kameraden aber sahen, dass die Zimmer nur 1.50 Meter breit waren und nur ein Bett hatten, waren alle bereit, einen Einzelzimmerzuschlag von 10.-- DM zu bezahlen. Es hieß ja „Hotel der besonderen Art“. Nach der Zimmerverteilung war noch eine Besprechung im Aufenthaltsraum angesetzt. Karl Hermann besprach mit uns das Organisatorische für den nächsten Tag. Um 23.30 Uhr gingen alle dann in die Betten.


Wie gehabt 6.00 Uhr aufstehen, 7.00 Frühstück, Abfahrt zu den Oldtimern um 8.00 Uhr. Nach dem technischen Dienst fuhren wir um 8.30 Uhr ab. Leider wurde das Wetter wieder schlechter und es fing an zu regnen. Unmittelbar nach Passau überquerten wir die deutsche Grenze. Da kein besonderer Halt für die Mittagspause geplant war, organisierte Willi Dongus ein Handvesper.

Um 11.30 Uhr erreichten wir einen Parkplatz an der Donau. Hier machten wir Vesperpause. Das naheliegende Gasthaus Gugler spendierte heißen Tee. Gegen 12.00 Uhr fuhren wir weiter. Mit der Zeit ließ auch der Regen nach. Vor Linz sammelten wir uns dann wieder um gemeinsam mit Polizeieskorte in die Stadt einzufahren. Wie immer blockierten die Wiener Begleitfahrzeuge die Kreuzungen, um uns freie Bahn zu schaffen. Es war immer interessant zu beobachten, mit was für einer traumwandlerischen Sicherheit sie vorpreschten.

Eintreffen in Linz dann um 13.50 Uhr und anschließende Präsentation auf dem Hauptplatz. Wie schon so oft wurden wir hier auch von dem Bürgermeister und Feuerwehrkommandant begrüßt Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen in einem Café eine Original-Linzertorte zu probieren. Unmittelbar neben den Oldtimern stellten Architekturstudenten eine alternative Wohneinheit vor. Angebracht war auch ein Ofen, bestehend aus einem alten Ölfass mit der Feueröffnung nach außen. Einige Kameraden von uns konnten es nicht lassen ein Feuer darin zu entfachen. Da weder Papier noch Holz vorhanden waren, nahmen sie einfach benzingetränke Putzlappen vom Benz. Die Aufregung der Studenten nach dem Entfachen des Feuers war verständlicherweise groß.

Einige Zeit später wurde eine Rundfahrt durch die schöne Innenstadt gemacht und anschließend wurden die Fahrzeuge wieder auf dem Hauptplatz abgestellt. Um 15.45 Uhr wurden wir mit einem Bus der Landesfeuerwehrschule abgeholt. Wir fuhren zu Stift St. Florian. Hier befindet sich das österreichische Feuerwehrmuseum, eines der größten Europas. Es folgte eine Führung durch einen ehem. Mitarbeiter der Firma Rosenbauer. Das Museum besitzt eine schöne reichhaltige Sammlung aus der Geschichte der Feuerwehr. Ein paar Kameraden besichtigten dann noch das Stift St. Florian.

Rückfahrt um 18.00 Uhr auf den Hauptplatz zu den Oldtimern. Wir fuhren dann zur oberösterreichischen Feuerwehrschule, hier hatten wir Nachtquartier. Diese Zimmer waren bis jetzt die besten auf der ganzen Fahrt. Hier wurden wir zu einem Abendessen geladen. (Kalter Braten  mit Brot). Es waren auch die höchsten Feuerwehrmänner von Oberösterreich erschienen und zwar Landesfeuerwehrkommandant Huber (Freiw. Feuerwehr) und Branddirektor Kaplan von der Berufsfeuerwehr Linz. Karl Hermann dankte den Herren für die hervorragende Organisation und die Gastfreundschaft. Im Namen der Oldtimerkameraden dankte Professor Jäger Karl Hermann für die hervorragende Planung und Durchführung der Fahrt. Er lobte auch die spontane und gute Kameradschaft der Oldtimerkameraden unter sich. Die Getränkeausgabe ging nur bis 22.00 Uhr, aber da wir uns beizeiten mit Getränken eingedeckt hatten, waren wir bis 24.00 Uhr bestens versorgt.


Wieder 6.00 Uhr aufstehen, Frühstück 7.00 Uhr und anschließend Fahrzeugpflege. Teilweise haben die Fahrzeuge unter dem schlechten Wetter gelitten, aber motormäßig laufen alle noch gut.  Abfahrt war dann um 9.00 Uhr angesetzt.

Es wurde ein kleiner Umweg nach Schwertberg gemacht, die Heimat der österreichischen Kameraden des Austro - Fiats Bj. 1920. Kleiner Halt auf dem Marktplatz und Stärkung mit einem Beverovka. Nächste Station war dann Grein an der Donau. Hier besichtigten wir im Rathaus ein 200-jähriges Theater. Seit der Gründung wurde hier nichts verändert. Es zählt zu den ältesten in Österreich und man kann es ohne weiters als Kleinod bezeichnen. In einem Café an der Donau erhielt jeder von uns ein Freigetränk. Nach dieser Stärkung ging es um 11.30 Uhr weiter.

Die Endstation an diesem Tag war Melk. Wir erreichten es um 14.15. Uhr. Empfangen wurden wir vom hiesigen Feuerwehrkommandanten und einem Mitglied des Gemeinderates. In der Innenstadt wurden dann die Fahrzeuge der Bevölkerung vorgestellt. Als kleine Stärkung wurden uns roter und weißer „Landwein“ angeboten. Überwältigend war das Stift, das über der mittelalterlichen Stadt thront. Einige Kameraden besichtigten diese einzigartige Anlage. Um 17.00 Uhr wurden die Fahrzeuge teils in einer Kaserne und teils im Feuerwehrgerätehaus untergebracht.

Unser Quartier befand sich in einer Jugendherberge. (4 Bett Zimmer) Der Abschluss fand an diesem Abend in einem „Heurigen-Lokal“ statt. Die Atmosphäre war sehr schön, aber der Getränkenachschub sehr, sehr langsam. Erst als wir das selbst in die Hand nahmen, konnte der Durst gelöscht werden. Die letzten verließen die Gaststätte um 0.30 Uhr.


Weil es ja schon Tradition war, standen wir natürlich wieder um 6.00 Uhr auf. Abfahrt um 7.00 Uhr zum Frühstück in die Kaserne. Nach der alltäglichen Fahrzeugpflege gingen wir um 8.30 Uhr auf die letzte Etappe. Bei leichtem Regen fuhren wir durch die schöne Wachau, die zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Um 9.45 Uhr erreichten wir Krems, wo am neuen Feuerwehrgerätehaus ein Halt eingeplant war. Die Kremser Feuerwehr konnte tatsächlich alle in der Vergangenheit verwendeten Fahrzeuge erhalten. Wir wurden von den Feuerwehr-Kameraden mit einem Kremser Wein empfangen.

Abfahrt von Krems um 10.10. Uhr. Die Landschaft änderte sich nun, die Berge wurden flacher und die Häuser in den Dörfern hatten einen östlichen Charakter. Und als dann Neustift in Sicht kam wussten wir, dass Wien nicht mehr weit war. Plötzlich wurde auch das Wetter besser und die Sonne kam hervor. Um 12.15 Uhr sammelten wir uns vor Wien. Franz Maier (Hennenstall) hatte Fahrzeugprobleme und blieb ein Kilometer vor dem Ortsschild Wien stehen. In Kolonnenfahrt mit Polizeieskorte und unter Missachtung aller roten Ampeln, fuhren wir in Wien ein. Das erste imposante Bauwerk war das Fernwärmewerk, das von dem berühmten Architekt Friedensreich Hundertwasser geplant wurde. Als wir dann den Stephansdom erreichten, hatte mancher Teilnehmer Tränen in den Augen.

Nun, nach 850 km hatten die betagten Fahrzeuge das Endziel erreicht. Am Stephansdom wurde kurz angehalten. Nach einer Weile ging es dann durch ein Menschenmeer weiter zur Hofburg, vorbei an dem Parlament bis zum Rathaus. In einem kleinen Raum im Rathaus waren wir von der Feuerwehr zum Mittagessen eingeladen. Es gab Frikadellen mit Kartoffelsalat und alkoholfreies Bier. Nach dem Essen gab es dann eine Führung durch das herrliche Rathaus. Wir besichtigten den großen Saal und das Parlament. Eindrucksvoll war der 3 Tonnen schwere und begehbare Kronleuchter. Um 15.00 Uhr ging es dann weiter zur Zentral-Feuerwache. Hier wurden wir vom höchsten Feuerwehrmann der Stadt Wien, Branddirektor Perner begrüßt. Wir waren der Mittelpunkt des hier stattfindenden Feuerwehrfestes. Kamerad Karl Hermann stellte der Bevölkerung die einzelne Fahrzeuge vor.

Eine zuerst geplante Übung der Benz-Truppe, konnte aus Platzgründen nicht durchgeführt werden. Einige Kameraden von uns mit Karl Hermann an der Spitze gingen anschließend in die naheliegende Hofkirche um dafür zu danken, dass die lange Fahrt glücklich verlaufen war. Zum Schluß stimmten sie noch das Lied „Großer Gott wir loben dich“ an. Am Abend waren wir dann ins Wiener Feuerwehrmuseum geladen. Nochmals Begrüßung durch Branddirektor Perner. Er zeigte sich sehr erfreut, dass man Wien für eine solche Tour ausgesucht hatte. Kamerad Karl Hermann bedankte sich für die Worte und berichtete, dass bei einer Sternfahrt in Kärnten diese Idee geboren wurde. Dr. Knödler, der Landesverbandsvorsitzende von Baden-Württemberg freute sich über diese gelungene Fahrt, die auch vom humanitären Gedanken der Feuerwehren begleitet wurde. Sein Dank gilt den Teilnehmern der Fahrt und den Institutionen, die uns auf der Fahrt verköstigt hatten. Ein besonders Dankeschön galt natürlich dem Tourenleiter Karl Hermann und dem hilfreichen Kollegen vom ADAC. Neben einer Medaille erhielten sie noch einen Gutschein für einen Aufenthalt im Feuerwehr-Erholungsheim Tittisee. Je eine Medaille ging auch an Harald Pflüger und an Branddirektor Perner. Unser Kamerad Harald Pflüger erhielt für seine gute Tourenplanung von Karl Hermann eine goldene Drehleiter, Willi Dongus und Stephan Mosmann für ihr Mithilfe eine Feuerwehrkerze.

Anschließend gab er dann die gefahrenen Kilometer bekannt. Der erste Preis, eine Magnumflasche Sekt, ging an Herbert Kniesel, der zweite an Walter Schnetzler und der dritte an Dieter Rath. Kamerad Harald Pflüger bat auch noch ums Wort. Zuerst überreichte er dem Museumsteam von Fulda einen goldenen Schraubenschlüssel und zwei linke Handschuhe, zur Erinnerung an die entsprechenden „Reparaturen“ an ihrem Fahrzeug. Ein besonderer Dank galt auch Kamerad Dieter Rath für seine Reparatureinsätze. Zum Schluss überreichte er Karl Hermann, im Namen aller Teilnehmer Feuerwehrzinnfiguren, die er während der Fahrt erstanden hatte. Anschließend wurden die Emailleplaketten durch Karl Hermann an die Teilnehmer ausgegeben. Professor Dr. Walter Jäger nahm die Gelegenheit wahr und bedankte sich bei Karl Hermann für diese unvergesslichen Tage.

Um 21.45 Uhr gingen wir dann in unser Nachtquartier. Dort saßen wir in der Gaststätte gemütlich zusammen. Bei einem guten Rotwein kam dann auch so mache Idee. Ich musste schriftlich festhalten, dass Willi Dongus sich als Verwaltungsfachmann bei der Feuerwehr Stuttgart bewerben will. Kamerad Dr. Knödler hatte aber wegen der fehlenden Qualifikation enorme Bedenken. Der Wirt stellte uns noch einige Flaschen Wein auf den Tisch und machte dann Feierabend. Um 1.05. musste ich festhalten, dass die Kameraden Dr. Knödler, Willi Dongus, Joachim Haase und Dr. Walter Jäger an der kommenden Fastnacht beim Nasenzug in Wolfach mitmachen wollen.


Aufstehen erst um 7.00 Uhr. Weil der Wirt verschlafen hatte, konnte das Frühstück erst um 7.45 Uhr eingenommen werden. Anschließend Fahrt wieder zur Zentralwache. Nach der alltäglichen Fahrzeugpflege wurden die Oldtimer wieder zur Besichtigung freigegeben. Um 11.00 Uhr mussten wir dann antreten. Jetzt wurde das mitgeführte Quellwasser der Donau feierlich an einen Vertreter der Stadt Wien überreicht. Nach dieser Zeremonie besichtigten wir den Stephansdom. Um 12.15 waren wir dann zum Mittagessen in der Kantine der Zentralfeuerwache geladen. Es gab Schinkennudeln mit Salat. Um 14.00 Uhr stellte Kamerad Hermann nochmals die einzelnen Fahrzeuge der Wiener Bevölkerung vor. Anschließend fuhren wir dann mit unserem Oldtimer zur Hauptfeuerwache Floritzdorf. Hier war nun Endstation.

Unser Benz und der Magirus von Engen verluden wir gleich auf einen Lkw. Um 15.30 Uhr kehrten wir zur Zentralwache zurück. Wir unternahmen dann einen Spaziergang in der Fußgängerzone. In einem Straßencafé an der Pestsäule machten wir eine kurze Rast. Selbstverständlich mussten wir hier eine Sachertorte und einen Kaffee Melange probieren. Im Festzelt an der Zentralwache überreichten wir dann einem Wiener Original noch ein Orden. Von der Feuerwehr Wien wurden wir an diesem Abend zum Abschluss in einen Heurigen-Keller geladen. Dieser Esterhasy-Keller war schon bei der Belagerung von Wien 1683 durch die Türken vorhanden. Die große Kelleranlage hatte Platz für ca. 400 Personen. Wein aus der Wachau und eine Heurigen-Platte, untermalt mit Ziehorgel-Musik, waren genau das Richtige.

Kamerad Herbert Kniesel überreichte Franz Starenberger von der Wiener Feuerwehr bei dieser Gelegenheit ein Relief von der Feuerwehr Wolfach und bedankte sich für die Gastfreundschaft. Um ca. 23.00 Uhr ging nun diese schöne erlebnisreiche Woche zu Ende. Einige Kameraden von uns hatte noch nicht genug und wollten noch Wien bei Nacht erleben. Aber schon nach 1 Stunde kamen sie zurück, es war überall „tote Hose“. Unser Kamerad Kurt Sum fuhr schon um 22.00 Uhr mit dem LKW - Fahrer ab, um den Benz wieder zurück zu bringen. Ihm sei ein besonderer Dank gewidmet. Er ist nicht nur die ganze Strecke gefahren, sondern es war auch nur durch seinen Einsatz möglich, dass der Benz diese Strecke problemlos meisterte. Es waren immerhin ein Sechstel seiner bis jetzt gefahrenen Kilometer. Am Montagmorgen um 9.00 Uhr ging es dann wieder auf den Heimweg.

Es war ein herzlicher Abschied, man hatte jede Menge neue Freunde gefunden.


Link zu Youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=S7Tb5YxcPD8&feature=youtu.be

In den letzten Jahren fuhr der „Alte Benz“ auf zahlreichen regionalen- und überregionalen Oldtimertreffen mit. Besonders ist hier die „Nostalgie in Rot“ zu nennen, eine Initiative bei der rund 15 Feuerwehroldtimer regelmäßig ihre Auftritte haben. Die größte Fahrt hatte das Fahrzeug kurz nach seiner Restaurierung im Jahre 2001. Im Rahmen der oben genannten Gruppierung fuhr er rund 850 km öffentlichkeitswirksam von Donaueschingen nach Wien. Weiterhin verfilmte das SWR (Südwestrundfunk) zwei Einspieler für die Sendung Landesschau in dem der Benz die Hauptrolle spielt. Im Jahr 2003 wurde am Landesfeuerwehrtag in Ulm und im Jahr 2004 auf der Landesgartenschau in Kehl teilgenommen. 2006 folgte eine einwöchige Fahrt entlang des Neckars von Rottweil bis nach Mannheim. Im Jahr 2008 fuhr der Benz am Landesfeuerwehrtag in Ravensburg mit und lies kleine und große Augen erstrahlen.


Die letzte große überregionale Fahrt fand im Jahr 2010 statt. Im Rahmen der Feuerwehrmesse Interschutz mit deutschem Feuerwehrtag wurde eine einwöchige Werberundfahrt rund um Leipzig unternommen.

 

Heute jährt sich der Großbrand in der Unteren Zinne , bei dem unsere BENZ-Motorspritze zerstört wurde, zum fünften Mal.

Vor 90 Jahren, nämlich genau am 24. Februar 1926 wurde die erste Motorspritze der Feuerwehr Wolfach zum Straßenverkehr zugelassen. Auslöser dieser Beschaffung war letztlich der Brand der Stadtmühle an der Stadtbrücke im Juli 1925. Nach der Bestellung des Fahrzeuges bei den Benzwerken in Gaggenau im Dezember desselben Jahres wurde das 27916,50 Reichsmark teure  Fahrzeug nur 6 Wochen später an die Stadt Wolfach geliefert.